Sportseeschifferschein (SSS)

Der Sportseeschifferschein (SSS) ist der amtliche empfohlene Führerschein zum Führen Yachten unter Motor und unter Segel in küstennahen Gewässern. Er ist ein weiterführendes Befähigungszeugnis und zugleich das vierthöchste nautische Zertifikat, das ein Sportschiffer innerhalb der Bundesrepublik erwerben kann. Der SSS gilt weltweit im Bereich der 30 Seemeilenzone und ist vorgeschrieben für das Führen gewerblich genutzter Sportboote (max. 12 Mann Besatzung) sowie von Traditionsschiffen mit 15 bis 25 Metern Rumpflänge (max. 25 Mann Besatzung) in küstennaher Fahrt von bis zu 12 Seemeilen.

Voraussetzungen für den SSS

Auch der Erwerb des Sportseeschifferscheins kann nur unter der Erfüllung verschiedener Voraussetzungen erfolgen. Neben dem obligatorischen Mindestalter von 16 Jahren gehören dazu der Besitz des SBF See und der Nachweis von 1000 Seemeilen auf Yachten in küstennahen Gewässern nach dem Erwerb des SBF See in der Funktion des Wachführers bzw. dessen Vertreters. Alternativ dazu ist auch ein Nachweis über mindestens 700 Seemeilen auf Yachten im Seebereich nach dem Erwerb des SKS zulässig.

Grundlegendes zur Prüfung

Der Prüfungsstoff rund um den SSS ist wesentlich umfangreicher und komplexer als der  des SKS und ist wiederum in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert. Der gesamte Prüfungsprozess muss dabei innerhalb von 3 Jahren abgeschlossen sein.

Theorie

Anders als bei den anderen Prüfungen zuvor, sind die Fragen zur Theorie beim SSS vorher nicht bekannt. Der freitextliche Fragebogen bzw. die mögliche mündliche Prüfung können somit prinzipiell Fragen aus nahezu allen Bereichen des Schifffahrtsrechts, der Seemannschaft, der Navigation und der Wetterkunde beinhalten. Die vier einzelnen Teilprüfungen decken dabei die Schwerpunkte Wetter, Navigation, Recht und Seemannschaft ab. Da die Prüfung jedoch sehr umfangreich ist, besteht die Möglichkeit diese Teilprüfungen zeitlich getrennt voneinander zu absolvieren.

Praxis

Die ebenfalls umfangreichere praktische Prüfung dient zur Umsetzung und Anwendung der erworbenen theoretischen Kenntnisse in den Bereichen Fahrt, Radar, Crewführung und Schiffstechnik, wobei neben den Pflichtübungen des Rettungsmanövers und des Radars auch ausgewählte Manöver und andere Fertigkeiten vorzuweisen sind.